Diese Projektsitzung bestand in einer Exkursion zum Fachbereich Medientechnik an der HAW Amberg-Weiden in Amberg. Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock empfing die Seminarteilnehmerinnen und ihren Leiter im Gebäude der Fakultät Elektro- und Informationstechnik.
Zunächst erhielten wir Informationen zu den an der HAW angebotenen Studiengängen. Da der Studiengang Medientechnik fast ausschließlich von männlichen Studenten belegt wird, war es Herrn Kock ein Anliegen, u.U. auch weibliche Studierende für seinen Fachbereich zu gewinnen.
Wir bekamen als erstes einen Einblick in das Filmstudio der HAW. Hier werden Filmausschnitte gedreht, die die Studenten im Rahmen ihrer Prüfungen abgeben müssen. Auch wir hatten die Möglichkeit, selbst einmal vor der Kamera zu stehen und einen Wettersprecher nachzuahmen. Was im Fernsehen ganz einfach aussieht, stellte sich als doch recht schwer heraus, da man ohne Anhaltspunkte auf einem blauen Bildschirm auf bestimmte Orte auf der Wetterkarte deuten muss. Keine leichte Aufgabe für Ungeübte.
Ein weiterer Besichtigungsort, der für uns besonders interessant war, war der Tontechnikraum. In diesem Raum werden die einzeln aufgenommenen Musikstücke o. A. zusammengefügt, bearbeitet und falls notwenig auch Schwachstellen retuschiert (z.B. durch Echoeffekte). Anhand des Beispiels einer lokalen Musikgruppe zeigte uns Herr Kock, wie Gesang und Melodien verändert werden müssen, damit sie u.U. radiotauglich wären. Außerdem hörten wir uns auch eine Aufnahme eines Chors in der Kirche St. Georg an. Durch die Anbringung vieler Mikrophone an unterschiedlichen Positionen in der Kirche konnte auch im Tonstudio die Raumwirkung der Musik in der Kirche reproduziert werden. Die Akustik gab uns das Gefühl, tatsächlich in einer Kirche zu stehen, und nicht im Tonstudio.
Hinzuzufügen ist, dass wir auch einige Informationen über die Bedeutung des Gehörs erhielten. Um die Leistungsfähigkeit unseres eigenen Gehörs zu testen, wurden uns Töne von 0 bis ca. 20.000 Hz vorgespielt. Die große Mehrheit unseres Kurses hörte Töne in dem für unser Alter angemessenen Frequenzbereich problemlos. Kock betonte, wie wichtig ein geschultes Gehör für den Tontechniker sei, und gerade im Tontechnikbereich eine musikalische Ausbildung und gute Kenntnisse in der Musik von großem Vorteil sind.
Im Anschluss besichtigten wir den schalldichten Aufnahmeraum. Für Musiker sei es besonders schwierig, in diesem Raum zu singen bzw. ihr Instrument zu spielen, weil der Gesang bzw. die Melodie durch den fehlenden Hall für den Musiker selbst sehr ungewohnt klingt. Herr Kock gab uns den interessanten Hinweis, dass bei zu langem Aufenthalt alleine in diesem Raum möglicherweise Nebenerscheinungen auftreten könnten (z.B. klaustrophobische Anfälle), weil durch die Leere und absolute Stille bedrückende Gefühlszustände entstehen können.
Uns wurde außerdem ein kurzer Einblick in den technischen Bearbeitungsraum gewährt, in dem dann weitere Bearbeitungsprozesse durchgeführt werden wie z.B. das Schneiden von Tapes.
Zum Schluss zwängte sich der komplette Kurs in einen winzigen Raum, in dem uns Herr Kock zeigte, wie man bestimmte Melodien oder Geräusche (z.B. Sirene) am Computer technisch erzeugen kann. Diese hörten sich zwar erstaunlich echt an, konnten jedoch nicht ganz mit dem Original mithalten.
Im Allgemeinen war die Führung durch die HAW sehr interessant und aufschlussreich, auch über den Rahmen des Seminars hinaus. Natürlich verfügt die HAW über bessere Möglichkeiten als wir, was die Qualität der Aufnahmen betrifft, doch es war trotzdem sehr lehrreich zu sehen, wie mit der Tontechnik im beruflichen/professionellen Rahmen gearbeitet werden kann.
Dokumentation: Anna Lena